Eine Familientöpferei, seit 1950 in Höhr-Grenzhausen
Die Töpferei Herkenroth-Keramik wurde 1950 von Theo Günster gegründet. Bis heute arbeitet sie in Handarbeit, wo andere längst in Großserie fertigen.
Theo Günster gründet die Töpferei. In den ersten Jahren entsteht Zierkeramik in Majolika-Handmalerei.
Neben die Tradition tritt moderne Keramik, hergestellt auf der Töpferscheibe und im Gießverfahren.
Die älteste Tochter absolviert ihr Studium an der Fachschule in Höhr-Grenzhausen.
Hiltrud Wagner fertigt in erster Linie figürliche Keramik, Gartenkeramik und Zierkeramik: zum großen Teil von Hand aufgebaut, aus verschieden farbigen schamottierten Tonen mit farbigen Effektglasuren.
Drei Brände bis zum fertigen Stück
Das Kannenbäckerland
Die Kulturlandschaft „Kannenbäckerland" im Westerwald liegt östlich der Römerstadt Koblenz. Der Westerwald wurde durch seine Tonvorkommen berühmt und machte sich dadurch einen Namen in der Keramikindustrie. Städte wie Höhr-Grenzhausen, Ransbach-Baumbach, Hillscheid und Wirges nutzten den Ton und schufen dadurch Gebrauchskeramik, aber auch Kunst.
Der gewonnene Ton wurde schon 800 v. Chr. zur Herstellung von Gefäßen verwendet und später von den Römern und Franken weitergenutzt. Um 1600 entstanden die ersten Zunftordnungen, die zum salzglasierten, grau-blauen Steinzeug führten. Mitte des vorherigen Jahrhunderts entwickelte sich die Keramikindustrie, die die Infrastruktur des Landes prägt.
1879 wurde in Höhr-Grenzhausen die Keramische Fachhochschule gegründet, an der Frau Hiltrud Wagner und Herr Theo Günster studierten. Heute sind die meisten kleinen Töpferbetriebe von maschinell vollautomatisierten Großserienfertigungen verdrängt. Herkenroth-Keramik ist einer der letzten traditionellen Familienbetriebe, die die handgearbeitete Keramikkunst betreiben.
Der Westerwald selbst ist eine Reise wert: Wälder, Seen und Tongruben, dazu viele Kultur- und Freizeitmöglichkeiten.
Impressionen aus Werkstatt und Garten



